Glossar

Die wichtigsten Begriffe rund um GIF, MP4, Video-Codecs, Bitrate und CRF, knapp und verständlich erklärt.

GIF
Graphics Interchange Format, ein 1987 von CompuServe veröffentlichtes Bitmap-Format mit Palette von max. 256 Farben pro Frame und LZW-Komprimierung. Unterstützt Animation, aber keine Tonspur.
MP4
MPEG-4 Part 14, ein Container-Format für Video, Audio und Metadaten. Standardmäßig mit H.264-Video und AAC-Audio, kann aber auch H.265, AV1 oder VP9 tragen.
H.264
Auch AVC (Advanced Video Coding). Lizenzpflichtiger Video-Codec von 2003, der bis heute am breitesten kompatibel ist. Standard für Web, Social-Media und Broadcast.
H.265 / HEVC
High Efficiency Video Coding, Nachfolger von H.264 mit etwa 50 Prozent besserer Kompression bei gleicher Qualität, aber komplexer Lizenz-Situation und schlechterer Browser-Unterstützung.
VP9
Royalty-freier Video-Codec von Google, primär für YouTube-Streaming entwickelt. Wird von Chrome, Firefox und Edge nativ unterstützt, Safari liefert teilweise.
AV1
Open-Source-Codec der Alliance for Open Media (AOM), 2018 finalisiert. Bessere Kompression als H.265, aber CPU-intensive Enkodierung. Wird zunehmend von Netflix, YouTube und Streaming-Plattformen ausgerollt.
Codec
Coder/Decoder. Algorithmus, der Video- oder Audio-Daten komprimiert (encoded) und wieder dekomprimiert (decoded). Codec ist nicht gleich Container: MP4 ist Container, H.264 ist Codec.
Container
Datei-Format, das einen oder mehrere Audio-, Video- und Metadaten-Streams in einer Datei bündelt. MP4, MOV, MKV, WebM und AVI sind Container.
Bitrate
Datenmenge pro Sekunde, ausgedrückt in kbit/s oder Mbit/s. Höhere Bitrate bedeutet bessere Qualität bei mehr Speicherbedarf. Für 1080p H.264 typisch 4 bis 8 Mbit/s.
CRF
Constant Rate Factor, x264-/x265-Setting für gleichbleibende visuelle Qualität. Skala 0 (verlustfrei) bis 51 (sehr schlecht). Praktischer Bereich 18 bis 28, Default 23. Niedriger = besser und größer.
FPS
Frames per Second, Bildrate pro Sekunde. Web-Videos meist 24, 25, 30 oder 60. GIFs liegen oft bei 10 bis 15 FPS, was beim MP4-Export angehoben werden kann.
Pixel-Format
Wie Farbinformation pro Pixel kodiert wird. yuv420p (Y für Helligkeit, U und V für Farb-Differenz, 4:2:0 Sub-Sampling) ist der Web- und Mobile-Standard.
yuv420p
Standard-Pixel-Format für H.264-Web-Videos. 4:2:0 Chroma-Subsampling halbiert die horizontale und vertikale Auflösung der Farbkanäle, was beim menschlichen Auge kaum auffällt und Bandbreite spart.
AAC
Advanced Audio Coding, Standard-Audio-Codec für MP4. AAC-LC (Low Complexity) ist der am breitesten kompatible Modus, HE-AAC v2 spart Bitrate bei niedrigen Datenraten.
Two-Pass-Encoding
Encoding in zwei Durchläufen. Im ersten Pass analysiert der Encoder das Material und legt einen Bitraten-Plan an, im zweiten enkodiert er. Ergebnis: gleichmässigere Qualität bei vorgegebener Ziel-Dateigröße.
Frame
Einzelbild im Video-Stream. Bei 30 FPS gibt es 30 Frames pro Sekunde.
Keyframe / I-Frame
Vollständig kodiertes Einzelbild, das ohne andere Frames decodierbar ist. Zwischen Keyframes liegen P-Frames (Vorhersage) und B-Frames (Bidirektionale Vorhersage), die nur Differenzen speichern.
FFmpeg
Open-Source-Kommandozeilen-Tool zur Audio- und Video-Verarbeitung. Konvertiert, transkodiert, schneidet, filtert. De-facto-Standard in der Video-Industrie.
MediaRecorder
Web-API in modernen Browsern, die einen MediaStream (z.B. von Canvas oder Webcam) zu einer Audio- oder Video-Datei aufzeichnet. Browser-Konverter wie dieser nutzen die API für die Frame-Aufnahme.
WebCodecs
Neuere Web-API für direkten Zugriff auf Hardware-Encoder/Decoder. Aktuell in Chrome und Edge stabil, in Firefox experimentell. Erlaubt feinere Kontrolle über Encoding-Parameter als MediaRecorder.
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